Rennberichte


Der Rennbericht von Alexander Rebs

Das wurde ja auch mal Zeit, dass der erfolgreichste Verein der hessischen MTB-Marathonszene ein eigenes Rennen austrägt. Dank des Engagements und der guten Kontakte von Frank Battenfeld (Frank’s Radladen) klappte die Genehmigungs- und Realisierungsphase leichter als ursprünglich gedacht und eine passende Location für die Premierenveranstaltung lag auch schon in der Schublade. Ein perfekter Sportsamstag stand somit ins Haus.

Von Kirchhain aus ging es in das naheliegende Waldstück rund um die Ruine Hunburg, wo sich ein ideales Bikerevier ohne auch nureine Straßenüberquerung befindet. Eine entsprechend geringe Anzahl an Streckenposten war daher notwendig und durch das Anlegen einer einzigen 21km-Runde wurde auch die Positionierung der Verpflegungsstationen quasi von allein gemacht. Eine Verpflegung befand sich daher im Start-/Zielbereich, eine bei der Hälfte der Runde am höchsten Punkt – Vorgaben, Ansprüche und Wünsche perfekt umgesetzt!

Eine Runde bestand aus Wiesenabschnitten, Wurzeltrails im Flachen, leichten und gut zu fahrenden Anstiegen, rasanten Abfahrten über Waldwege und schöne Singletrails, die sicher niemanden überfordern sollten. Lange Anstiege sucht man hier zwar vergebens, vermisst habe ich sie jedenfalls nicht. Pro Runde summierten sich so knapp 450 Höhenmeter, die im Renntempo genommen überwiegend im anaeroben Bereich zu fahren sind, ein perfektes Training sozusagen. Die Teilnehmer konnten zwischen 21, 42 und 84km wählen, so kam dann sicher jeder auf seine Kosten

Meine liebste Marielle fragte am Vortag zum Rennen recht zaghaft an, wann denn die Startzeit ist. „11 Uhr“ antwortete ich, einen ungläubigen Blick bekam ich als Antwort. Sie fragte auch nicht nochmal nach, sie hoffte einfach, dass ich mich nicht irrte. Verbunden mit einer halben Stunde Anfahrt war somit eine völlig ausreichende Nachtruhe sichergestellt – der Haussegen dankt!

Am Sportzentrum in Kirchhain wurde unmittelbar offensichtlich, dass das Veranstaltungsgelände durchaus und ganz locker für größere Rennveranstaltungen geeignet ist, mal schauen wie sich das hier entwickeln wird. Die Startnummernausgabe wurde wegen des tollen Wetters in die Sonne verlegt, einem perfekten Renntag stand somit nix mehr im Wege!

Wie geschrieben, wurden die Langdistanzler um 11 Uhr in die Spur geschickt, Mittel- und Kurzstreckler jeweils eine viertel Stunde später. Mit einem zwar übersichtlichen Feld, jedoch reich an Qualität, ging es pünktlich ins Gelände.


Vanessa Schmidt, Siegerin (AK) über die Kurzdistanz

Hunburg-Marathon Kirchhain: Wassernot bei 30 Grad

Der Marathon in Kirchhain war eine Premiere mit seiner ersten Ausrichtung. Und wenn schon einmal ein Marathon im eigenen Landkreis - nur eine halbe Stunde Autofahrt entfernt - stattfindet, sollte man diesen im Rennkalender natürlich berücksichtigen. Für mich sollte es mehr ein Trainingsrennen werden, da ich auf dem Weg zu meinen Saisonhöhepunkten im Juni/Juli noch das ein oder andere kleinere Rennen mitnehme.

Der Start lag entspannt und Langschläfer-freundlich um 11.30 Uhr – fiel damit jedoch in die Mittagshitze. Wir ergatterten glücklicherweise noch einen der begehrten Schattenparkplätze. Nach dem Abholen der Startunterlagen, dem Checken des Start- und Zielbereiches sowie dem Begrüßen allerlei bekannter Gesichter, war es schon an der Zeit für das Warmfahren. Wobei eigentlich war mir bei 30 Grad schon warm genug. Die freie Rolle positionierte ich im Schatten, kämpfte mal wieder mit der korrekten Lieferung der Wattdaten (dies scheint neuerdings zur Regel zu werden), gab den Kampf schließlich auf und brachte meine Beine dann nach Gefühl in Rennstimmung.

 

Da heute alle Fahrer einen schattigen Platz suchten, war der Startblock auch fünf Minuten vor dem Start noch recht leer. Ich sicherte mir einen Platz neben meinem Lieblingsmenschen (heute endlich mal wieder ein gemeinsamer Start auf gleicher Strecke) in der ersten Reihe. Der Moderator nutze die Zeit bis zum Startschuss für ein kurzes Interview mit uns beiden und der Zugabe „Ihr seht so schnell aus.“ Naja wenigstens sahen wir schon mal so aus. Ob wir das auch sein werden?

Nach dem Startschuss versuchte ich an den schnellsten Männern dranzubleiben, um den ersten zähen Wiesenanstieg zügig hinter mich zu bringen. Die Sonne brannte gewaltig und die Luft war schwül. Der erste Trail holperte mit vielen Wurzeln bereits ordentlich. Die Kehle war trocken und der Schweiß lief. Der Griff zum Flaschenhalter offenbarte dann nichts Gutes: LEER! Meine Flasche hatte sich wohl unbemerkt im ersten Trail verabschiedet. Keine optimalen Voraussetzungen für ein solches Hitzerennen. Und das Schlimme ist, dass der Durst immer dann umso größer wird, wenn kein Getränk zur Verfügung steht. Ich setzte fortan alle Hoffnungen auf die Verpflegungsstelle, die ich hinter jeder Kurve vermutete. So stelle ich mir das Gefühl in der Sahara vor– Oase oder Fata Morgana? Als die Verpflegung dann endlich am Horizont erschien, gab es dort leider keine Flaschen, sondern lediglich kleine Becher. Also nur ein Schluck und weiter.

 

In meinen ganzen „Ich-werde-verdursten-Gedanken“, vergas ich völlig mir Gedanken über das aktuelle Renngeschehen zu machen. Meine Startflucht sicherte mir bis dato den Vorsprung. Zunächst hatte mit zwei Männern eine Gruppe gebildet, die jedoch dann platze. Ich war fortan alleine unterwegs, ein passender Windschattenspender fand sich nicht mehr. Die Strecke war schön, jedoch sehr selektiv. Viele kurze Anstiege vermittelten das Gefühl, dass es im Prinzip nur bergauf ging. Dann ein letzter Teeranstieg, zwei steile Kniffe, hinunter auf einem Wiesentrail, vorbei an den Zuschauern und ab ins Ziel. Als erste Frau mit sechs Minuten Vorsprung und nur acht Männern vor mir. Gewonnen hat übrigens mein Lieblingsmensch, sodass wir tatsächlich heute nicht nur schnell aussahen, sondern auch waren. J

 

Insgesamt war das Starterfeld leider eher überschaubar – ich denke, dass es an der Premiere des Marathons lag. Falls es 2018 eine zweite Auflage gibt: Tolle Strecke, super Organisation und schönes Event- es lohnt sich also zu starten.

In diesem Sinne:

Keep on riding,

Vanessa